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Singen im Chor – aber sicher!

Schnellorientierung

  • Die vorliegende Seite ist der Sicherheit beim Singen unter Coronabedingungen und einer gründlichen Zusammenschau wissenschaftlicher Erkenntnisse zu dieser Thematik gewidmet. Bislang ist mir keine vergleichbare Arbeit in dieser Form bekannt.
  • Ziel dieser Webpräsenz ist es erstens, anhand der Forschungssituation ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass – so noch nicht geschehen – ein Umdenken stattfinden sollte: weg von einer Überbetonung hygienischer Schutzmaßnahmen (ohne diesen Aspekt ignorieren zu wollen), weil hierdurch eine falsche Sicherheit vorgespiegelt werden kann, hin zur größeren Beachtung von Maßnahmen, die den primären Übertragungsweg (nicht nur in Chören, aber besonders dort), nämlich die Ansteckung über die Luft, unterbinden (siehe Menüpunkte: Vergleich Ansteckungswege, Aerosolübertragung beim Singen).

Inhalt dieses Menüpunkts

  • Schnellorientierung
  • Kurzbeschreibung der einzelnen Menüpunkte
  • Vorwort

  • Darauf aufbauend ist es mir zweitens ein großes Anliegen, nach und nach Lösungsansätze aller Art zu sammeln, die Singen sicherer ermöglichen, und deren Wert auf dem Hintergrund wissenschaftlicher Studien zu diskutieren (Menüpunkt Schutzmaßnahmen beim Singen derzeit im Aufbau), damit wir möglicherweise auch längerfristig gedacht und unter aufmerksamer Beobachtung der allgemeinen Situation möglichst wenig gefährdet zum Singen zusammen kommen können.
  • Diese Webseite bietet für Interessierte viel Stoff zu den unterschiedlichen Themenbereichen, den man nicht gesamthaft studiert haben muss, um sich über einzelnes nur selektiv zu informieren und um Teilbereich nachvollziehen zu können. Zwecks besserer Orientierung und eines schnelleren Überblicks versuche ich daher nach und nach die Navigation noch weiter zu erleichtern: mit Unterinhaltsverzeichnissen, mit Raffungen im Haupttext durch die Integration von Accordion-Texten (hinter hellgrauen Feldern mit einem Dreieck am Anfang findet man durch Anklicken erklärende Untertexte) sowie mit Schnellorientierungen in blauer Schrift oder auch mit wichtigen und einführenden Texten in Fettdruck.

Kurzbeschreibung der einzelnen Menüpunkte

Vier Menüpunkte, die zeigen sollen, warum der Vermeidung der Luftübertragung (besonders in Singgruppen) die größte Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte:

  • Aerosolübertragung allgemein Indizien: Was Wissenschaftler auf die Spur gebracht hat, dass die Übertragung über die Luft ein wichtiger Ansteckungsweg bei Corona ist
  • Vergleich Ansteckungswege: Ein tabellarischer und erläuterter Vergleich der Ansteckungswege bei Corona, der die Dominanz der Luftübertragung nahe legt, sowie eine Darstellung der Gründe , warum die anfänglich so hoch eingeschätzte Kontaktübertragung nur eine weit untergeordnete Rolle spielt und Maßnahmen dazu nicht übergewichtet werden sollten
  • Aerosolübertragung beim Singen: Erläuterung der besonderen Ansteckungsbedingungen beim Singen durch Aerosole anhand zum Teil auch kontroverser wissenschaftlicher Studien und Einschätzungen von Fachleuten.
  • Studien zum Singen: Einzelstudien zum Singen, die Aufschluss über die Gefährdung und/oder Schutzmaßnahmen geben können, aber auch Risikoeinschätzungen trage ich hier zusammen und erläutere oder auch bespreche sie. Die Fortführung dieses Punktes hat aktuell keine Priorität.

Betroffene Singgruppen: Eine größere kommentierte, jedoch bei weitem unvollständige Auflistung von infizierten Gesangsgruppen (primär von Chören und Gesangsensemble in Europa) zur Verdeutlichung der oft hohen Angriffsraten in Singgruppen

Risiko Spät- und Langzeitfolgen: Besondere Überlegungen zum Risiko beim Gruppensingen und eine kommentierte Darstellung zum anfänglich vernachlässigten Thema Langzeitfolgen (auch bei Sängern)

Vergleich von Hygiene- und Schutzkonzepten: Ein (nur rudimentärer) tabellarischer Vergleich von Hygienekonzepten und Empfehlungen für Singgruppen zeigt Gemeinsamkeiten, unterschiedliche Prioritäten und kann dabei helfen, Ideen für die Erstellung eigener Hygienekonzepte zu bekommen

Schutzmaßnahmen beim Singen: Hier sollen – work in progress – vor allem die speziellen Maßnahmen für den Chorbetrieb vorgestellt und auf der Grundlage wissenschaftlicher Studien und Einschätzungen diskutiert werden, die uns einen Singbetrieb möglichst sicher erlauben können.

Singen heilt: Als Gegenpol zu dem ernsten Anliegen dieser Webseite, sollen hier nach dem Aufbau der Seite, viele entstandene Studien zu den äußerst positiven gesundheitlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen des Singens vorgestellt werden.

Vorwort

Die vorliegende Seite ist der Sicherheit beim Singen und Singen in Gruppen, dem liebsten Hobby vieler, unter Corona-Bedingungen gewidmet. Als betroffener Chorleiter und Gesangspädagoge habe ich sie nur mit inneren Vorbehalten online gestellt, da ich stattdessen lieber ungebremst Werbung fürs Chorsingen machen würde. Aber ich denke, wir sollten zunächst einmal so gut wie möglich verstehen, womit wir es zu tun haben, damit wir wissen, worauf wir aktuell reagieren müssen und wie wir das Singen besonders auch in Gruppen – vielleicht sogar längerfristig gedacht – möglichst sicher ermöglichen können.

Die Einschätzung, wie die gesundheitliche Sicherheit beim Singen unter Corona-Bedingungen zu beurteilen sei, reicht aktuell von “sehr gefährlich – high risk” bis “nicht gefährlich” oder zumindest “nicht gefährlicher als Sprechen”. Je nach dem fallen dann die Forderungen aus, das Singen in Gruppen zu begrenzen oder gar zu verbieten oder aber in einem Schutzrahmen singen zu dürfen bis dazu, einschränkende Schutzmaßnahmen als Schikane zu begreifen und eine Rückkehr zum Gruppensingen vor den Pandemiebedingungen zu fordern. “Gefährlich” ist im Zusammenhang mit Singen ein Begriff, den ich unpassend finde, weil er das Singen aktuell in ein schiefes Licht gerückt hat. “Ansteckungsgefährdend” trifft die Sache besser. Denn gefährlich ist nicht das äußerst gesunde Singen, sondern das Virus.

Die Seite verdankt ihre Entstehung einem längeren Forschungsprozesses zur Sicherheit beim Singen unter Corona-Bedingungen seit Beginn der Pandemie. Nicht einfach nur selektiv ausgewählte wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Singen in Gruppen in puncto Ansteckungsgefährdung mit dem Coronavirus im Moment leider exponiert ist und einen besonderen Schutz benötigt. Hierzu habe ich mich tief in die internationale Forschung eingearbeitet. Es ist mir ein Anliegen, mein Hintergrundwissen hierüber zu teilen und über die besonderen Gefährdungsbedingungen beim Gruppensingen aktuell und die besondere und in vielen Ländern immer noch unterschätzte Gefährdung der Aerosolübertragung im Allgemeinen, besonders aber deren wichtige Rolle aktuell beim Singen aus wissenschaftlicher Sicht aufzuklären. Wohl renne ich damit mittlerweile bei vielen offene Türen ein. Dennoch ist auch vielen anderen noch nicht klar, dass die Hauptgefahr bei Singgruppen der Gefahr durch Aerosole zu verdanken ist. Und in den verschiedenen Ländern wurde die Bevölkerung darüber sehr unterschiedlich informiert.

Man kann nur hoffen, dass die geäußerten Bedenken möglichst schnell keine Rolle mehr spielen werden und wir wieder zu unserem alten Modus zurückkehren können. Wir müssen uns aber klar machen, dass die Pandemie wohl nicht von heute auf morgen aufhören wird und wir auch in der Übergangszeit beim Singen besonnen handeln sollten. Auf der Grundlage meiner Nachforschungen möchte ich lösungsorientiert sinnvolle Schutzmaßnahmen zum Gruppensingen diskutieren, die uns das Singen hoffentlich weitestgehend sicher ermöglichen können, und dies auf dem Hintergrund wissenschaftlicher Forschungen sowie Beobachtungen plausibel machen.

Hierzu gibt es bereits wertvolle Risikoeinschätzungen des Instituts für Musikermedizin Freiburg (Prfs. Richter und Spahn), der Klinik für Audiologie und Phoniatrie an der Charité Berlin (Prof. Mürbe), des Zentrums für Musikermedizin der Universität Leipzig (Prof. Fuchs) oder einer amerikanischen Wissenschaftlergruppe (Naunheim et al., 2020) und weitere. Meine Schwerpunkte hierbei sind zum Teil anders gesetzt, und ich möchte Sachverhalte noch mehr argumentativ und im Detail nachvollziehbar machen. Eine gute Linksammlung zum Thema Singen und Corona bietet die Seite www.aerosole.net, ein Wiki des Rundfunkchorsängers David Stingl, das wissenschaftliches und mediales Material usw. auflistet, an der sich Verantwortliche für Gruppengesang orientierten können.

Mir ist völlig bewusst dass die aktuelle Pandemie neben der Sorge um die gesundheitliche Sicherheit beim Singen überhaupt, aber auch im Bereich der Chöre eine Vielzahl weitere Ängste und Probleme mit sich bringt wie existenzielle Sorgen (etwa der Chorleiter und Berufssänger), Sorge um das Überleben der Chöre, vor Einschränkungen der Freiheit und staatlicher Bevormundung oder im Zusammenhang mit der bevorstehenden Impfung usw. – Sorgen, die von den einzelnen sehr unterschiedlich gewichtet werden und nicht gegeneinander ausspielbar sind. Für alle ist es eine schwere Zeit, und das gilt insbesondere auch für das Chorleben – sozial wie musikalisch. Sänger*innen bleiben aus sehr unterschiedlichen Gründen den Chören fern (so denn überhaupt gesungen werden darf),

  • weil sie Sorge um ihre Gesundheit haben
  • weil die situationsbedingte Programmeinschränkung oder Konzertpause zu wenig Attraktion bietet
  • weil sie Mühe haben mit den Schutzmaßnahmen und Konsequenzen, die aus jenen resultieren
  • weil sie auf alternative Probeformen wie Onlineproben nicht ausweichen wollen

Es bleibt zu hoffen, dass Chöre in absehbarer Zeit wieder zu einer entspannteren Chorarbeit zurückfinden können und diese pausierenden Gruppen wieder zurückkehren.

Singen selbst ist sozial von hoher Bedeutung und von außerordentlichem gesundheitlichem Wert, und es ist eine Schande, dass Corona ein solch schräges Licht auf die Leidenschaft und Lieblingsbeschäftigtung vieler Menschen geworfen hat. Wer an das Singen selbst anstatt an das Virus das Etikett “gefährlich” klebt, sollte – sarkastisch gesagt – doch bitte das Gleiche auch bei Familie, Restaurant, Diskothek, Kirche, Weihnachten, Küssen, Lachen, gemütliches Beisammensein und bei weiteren Dingen und Tätigkeiten tun, die schön sind und Freude bereiten und gleichwohl mit einem hohen Ansteckungsrisiko verbunden sind.

Die vorliegende Seite verdient darum zu ihrem ernsthaften Anliegen ein grosses Gegengewicht. Mein erklärtes Ziel ist es, in diesem Sinne nach einer Anfangsphase, in der ich den Informationsteil zur Ansteckungsgefährdung und vor allem nun die Diskussion zu den Schutzmaßnahmen noch ausbauen muss, immer mehr Forschungen zum positiven Wert des Singens vorzustellen. Wenn die Grundanliegen der vorliegenden Seite sich hoffentlich mit dem Fortschritt von Impfung und Medikamenten in nicht allzu langer Zeit mehr und mehr überflüssig machen (einige Erkenntnisse davon bleiben weiterhin wichtig und bedenkenswert), würde ich gerne die Thematik zur Heilkraft des Singens mehr und mehr ausbauen. Vielleicht wäre es dann endlich einmal an der Zeit, auf der Grundlage der überwältigenden Heilkraft des Singens und Gruppensingens an die Krankenkassen heranzutreten, dass Chorbeiträge genauso bezuschusst werden, wie etwa die Beiträge in Fitnesseinrichtungen für Rückentraining usw.

Christian Dillig (Chorleiter, Gesang- und Klavierlehrer), Dezember 2020, www.christiandillig.com

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Updates

Hier liste ich nur gewichtigere Ergänzungen/Änderungen auf (Webseite freigeschaltet 7. 1. 2021)